Stone castle on rocky island surrounded by turquoise water

Wasserbaukunst

Die Levada-Wanderung in Fanal: Kanäle, Becken und Wasserfälle

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine Levada ist ein offener Wasserkanal, der vor Jahrhunderten gebaut wurde, um Wasser durch das steile Gelände Madeiras zu leiten und Niederschläge von den feuchten Nordhängen nach Süden zu führen.
  • Portugiesische Ingenieure und einheimische Arbeiter schlugen diese Kanäle von Hand in die Berghänge und schufen ein ausgeklügeltes System, das heute noch teilweise in Betrieb ist.
  • Das Levada-System leitet weiterhin reichlich Wasser von Madeiras regenreicher Nordküste in die trockeneren Regionen des Südens und sichert so Landwirtschaft und Gemeinden.
  • Diese natürlichen Badebecken entstehen dort, wo Levadas durch das Gestein fließen. Sie liegen entlang Ihrer Route und zeigen, wie Wasser die Landschaft der Insel geformt hat.
  • Die 4WD-Route führt unter Kaskaden wie dem Wasserfall Lombinho hindurch - eine einzigartige Besonderheit, die durch Madeiras steile Täler und die entlang uralter Kanäle angelegten Straßen möglich wird.

Die Levadas: Madeiras historische Wasserkanäle

Die Levadas Madeiras sind über Jahrhunderte angelegte Bewässerungskanäle, die Wasser von den feuchten Nordhängen in die trockenen Regionen des Südens leiten. Diese schmalen Wege, von denen einige direkt in Felswände gehauen wurden, sind eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die Landwirtschaft und Siedlungsmuster der Insel geprägt hat. Im 15. Jahrhundert begannen die Kanäle als einfache, durch Schwerkraft gespeiste Systeme und entwickelten sich zu einem komplexen Netzwerk, das bis heute funktioniert. Ein Spaziergang entlang dieser Kanäle zeigt, wie die Inselbewohner das Problem der ungleichen Wasserverteilung im bergigen Gelände lösten.

Der Bau der Levadas erforderte außergewöhnliches Können und Mut. Arbeiter, bekannt als levadeiros, gruben und warteten diese Kanäle von Hand und hingen dabei oft an Seilen über steilen Abgründen. Ihr Wissen wurde über Generationen weitergegeben und schuf ein spezialisiertes Handwerk, das über Hunderte von Jahren Bestand hatte. Viele levadeiros arbeiteten das ganze Jahr über unter gefährlichen Bedingungen, beseitigten Geröll, reparierten Sturmschäden und sorgten für einen stetigen Wasserfluss. Diese 8-stündige Tour führt an Abschnitten vorbei, an denen Sie die historischen Kanäle noch heute in Betrieb sehen können - ein Zeugnis für die Weitsicht ihrer ursprünglichen Erbauer und den Einsatz der levadeiros für ihren Erhalt.

Wasser von Nord nach Süd: Das Bewässerungssystem der Insel

An Madeiras Nordküste fällt reichlich Regen, während die Südseite deutlich trockener ist. Das Levada-System löste diese geografische Herausforderung, indem es Wasser nach Süden leitete und so Gemeinden und Landwirtschaft in Gebieten gedeihen konnten, die sonst unter Wasserknappheit leiden würden. Wasser aus Bächen und Quellen in höheren Lagen fließt durch die Kanäle und legt Meilen durch das Inselinnere zurück, um Orte wie Funchal und die dahinterliegenden landwirtschaftlichen Ebenen zu erreichen. Diese Wasserübertragung veränderte Madeiras Wirtschaft und ermöglichte den Anbau von Zuckerrohr, Bananen und anderen Nutzpflanzen.

Auf dieser Tour erleben Sie, wie das System in der Praxis funktioniert, während Sie durch Serra de Água und Paul da Serra reisen - Regionen, die direkt von den Wasserquellen im Norden profitieren. Die Fahrt durch diese Gebiete verdeutlicht das Ausmaß dieses Ingenieurprojekts und wie vollständig es sich in die Landschaft Madeiras eingefügt hat. Sie sehen, wie das moderne Wassermanagement noch immer auf Prinzipien beruht, die vor Jahrhunderten entwickelt wurden, wobei heutige Technik das ursprüngliche Levada-Netzwerk ergänzt.

Waterfall cascading down steep green volcanic cliff to ocean

Vor Jahrhunderten angelegte Wasserkanäle fließen noch heute über Madeiras Hänge

Poças das Lesmas: Natürliche vulkanische Pools

Die Poças das Lesmas, auch Schneckenbecken genannt, sind natürliche Becken in Vulkangestein, in denen sich Bergbäche sammeln und abkühlen. Diese im nördlichen Inselinneren gelegenen Becken zählen zu den ursprünglichsten Süßwasserlandschaften Madeiras. Der Name bezieht sich auf die kleinen Schnecken in der umliegenden Vegetation, doch Besucher kommen vor allem wegen der Klarheit des Wassers und des besonderen Gefühls, in Wasser zu baden, das durch die uralten Lorbeerwälder der Insel geflossen ist. Während der Mittagspause dieser Tour haben Sie Zeit, die Becken zu erkunden und das erfrischende Wasser selbst zu erleben.

Die Becken liegen in beträchtlicher Höhe und sind von heimischem Wald umgeben, der das Wasser filtert und kühlt. Die Gegend zeigt, wie der natürliche Wasserkreislauf der Insel ohne menschliches Eingreifen funktioniert und Mikroklimata schafft, in denen seltene Pflanzen und Tiere gedeihen. An diesen Becken wird verständlich, warum Wassermanagement für das Inselleben so wichtig wurde und weshalb die Arbeit der Levadeiros so hoch geschätzt war.

Wasserfall Lombinho: Wasser stürzt über Felsen

Der Wasserfall Lombinho markiert einen besonderen Punkt auf dieser Route, an dem Wasser im freien Fall direkt über Felswände strömt. Gespeist wird der Wasserfall von Bächen, die durch die Niederschläge im Norden und Levada-Kanäle versorgt werden. So entsteht ein eindrucksvolles Schauspiel der Wasserkraft, wenn das Wasser ins darunterliegende Tal stürzt. Besonders in den niederschlagsreicheren Monaten beeindruckt die Kaskade durch ihr größeres Wasservolumen, doch dank der zuverlässigen Zufuhr aus höheren Lagen fließt hier das ganze Jahr über Wasser. An diesem Ort bieten sich zahlreiche Fotomotive, bei denen Sie Wasserfall und Landschaft in einem Bild festhalten können.

Dieser Wasserfall veranschaulicht den Weg des Wassers nach dem Verlassen der Levadas: gesammelt, transportiert und schließlich wieder freigesetzt, um auf natürliche Weise talwärts zu fließen. Der Ort ist zu einer markanten Sehenswürdigkeit auf den Routen im Norden Madeiras geworden und zieht Besucher an, die sowohl seine Schönheit als auch seine Rolle im Wassersystem der Insel schätzen. Ihr Guide erklärt Ihnen die geologische Entstehung und die Wasserquellen, die den Wasserfall speisen.

2,000 km

Das Levada-Netzwerk Madeiras erstreckt sich über mehr als 2,000 Kilometer künstlich angelegter Bewässerungskanäle, die vor Jahrhunderten gebaut wurden.

Straßen unter herabstürzendem Wasser

Zu den eindrucksvollsten Besonderheiten Madeiras gehört, dass Sie auf einigen Routen unter aktiven Wasserfällen hindurchfahren können. Während die Tour durch die nördlichen Regionen nahe São Vicente und Seixal führt, passieren Sie Kaskaden, deren Wasser über die Fahrbahn fließt. Dies geschieht dort, wo Wasserfälle und Straßeninfrastruktur aufeinandertreffen, sodass Fahrzeuge durch das Wasser statt um es herum fahren können. Das Erlebnis wirkt beinahe unwirklich: Wasser aus dem Inselinneren fällt über Windschutzscheibe und Dach, während Sie weiterfahren. Möglich wird dies durch die steile Topografie der Insel und die Notwendigkeit, Straßen durch enge Täler zu bauen, in denen Wasserfälle unvermeidlich sind.

Ihr Land Rover mit offenem Dach macht dieses Erlebnis besonders intensiv. Durch die Bauweise des Fahrzeugs spüren Sie den Sprühnebel und hören das Tosen des Wassers unmittelbarer als in einem gewöhnlichen Auto. Diese Durchfahrt zeigt, wie die Bewohner Madeiras den Straßenbau an die natürlichen Wassersysteme angepasst haben, statt sie umzuleiten. Hier treffen Ingenieurskunst, Geografie und Natur auf unvergessliche Weise zusammen.

Fanal Laurisilva Forest: Uralter Wald und Wasserquellen

Der Fanal Forest zählt zu den ältesten Waldökosystemen Europas und beherbergt Lorbeerbäume, die unter den nebligen, feuchten Bedingungen in den höheren Lagen Madeiras gedeihen. Dieser uralte Wald dient als natürliches Wassereinzugsgebiet: Nebel und Regen filtern durch das Blätterdach und speisen Bäche und Quellen. Die Dichte des Waldes und seine Vegetation schaffen ideale Voraussetzungen für das Sammeln von Wasser und machen ihn zum Ursprung vieler Levadas. Bei einem Spaziergang durch das Fanal-Gebiet auf dieser Tour tauchen Sie in jene Landschaft ein, die das Wassersystem der Insel versorgt und in der Geologie, Klima und Biologie zusammenwirken, um die Wasservorräte zu schaffen, welche die menschliche Besiedlung seit Jahrhunderten ermöglichen.

Der Fanal Pond in diesem Waldgebiet sammelt Wasser, das schließlich das weitläufige Wassernetz speist. Das Gebiet ist als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesen - eine Anerkennung seiner ökologischen und historischen Bedeutung. Ihr Guide erklärt Ihnen, wie dieses Waldökosystem als Wasserwerk Madeiras funktioniert und Luftfeuchtigkeit in fließende Bäche verwandelt. Die Verbindung aus uralten Bäumen, seltenen Pflanzen und beständigen Wasserquellen schafft eine Umgebung, die auf der Insel einzigartig ist.

Cabo Girão Skywalk: Ausblicke und Aussichtspunkt

Der Cabo Girão Skywalk liegt an einer der höchsten Steilküsten Europas. Sein über den Rand hinausragender Steg eröffnet den Blick auf den 580 meters tiefen senkrechten Abfall zum Atlantik. Dieser spektakuläre Aussichtspunkt bildet sowohl den Auftakt als auch den Abschluss Ihrer Reise und vermittelt ein Gefühl für die Größe Madeiras und die Herausforderungen seines Geländes. Aus dieser Höhe ist das Levada-System zwar nicht zu sehen, doch sein Zweck wird deutlich: Die Küstenebenen unterhalb sind vollständig auf Wasser angewiesen, das aus dem fernen, regenreichen Norden herangeführt wird. Eine Karte für einen Spaziergang entlang der Cabo girao levada do norte würde zeigen, wie Wasser, das in Wäldern wie Fanal gesammelt wird, schließlich die von diesem Aussichtspunkt sichtbaren Landwirtschaftsflächen erreicht.

Der Besuch des Skywalks rahmt das ganztägige Erlebnis ein: Er beginnt mit spektakulären Ausblicken, die den Umfang der Tour erfassen lassen, und endet mit einer Rückkehr an diesen Ort, die Zeit gibt, über alles Erlebte zwischen Morgen und Abend nachzudenken. Der Spaziergang selbst ist kurz, aber unvergesslich und bietet nach Stunden im Inselinneren einen Moment der Ruhe und Besinnung. Hier wird die Verbindung zwischen Wasserquellen, menschlicher Ingenieurskunst und Besiedlung unmittelbar spürbar.

Erleben Sie, wo Madeiras Wassergeschichte lebendig wird

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Was genau ist eine Levada?
Eine Levada ist ein alter Wasserkanal, der gebaut wurde, um Wasser aus Madeiras feuchten Regionen im Norden über die Insel zu leiten und den trockeneren Süden zu bewässern.
Wer hat die Levadas auf Madeira gebaut?
Portugiesische Ingenieure und Arbeiter errichteten diese Kanäle ab dem 15. Jahrhundert, um die Wasserverteilung der Insel für die Landwirtschaft zu regeln.
Werden die alten Levada-Kanäle heute noch genutzt?
Ja, viele der historischen Wasserkanäle sind weiterhin funktionsfähig und versorgen Madeira noch heute mit Wasser - sowohl für die Landwirtschaft als auch für moderne Zwecke.
Wer waren die Levadeiros?
Levadeiros waren Facharbeiter, die die Wasserkanäle der Insel warteten und reparierten, damit sie für Bewässerung und Wassertransport zuverlässig funktionierten.
Was sind die Poças das Lesmas?
Poças das Lesmas sind natürliche Becken entlang der Wasserläufe Madeiras und nach den Schnecken benannt, die in der Umgebung dieser malerischen Pools leben.
Was macht den Wasserfall Lombinho so besonders?
Der Wasserfall Lombinho ist einzigartig, weil Sie auf dieser Tour mit dem Fahrzeug direkt unter ihm hindurchfahren können. So entsteht ein besonderes Erlebnis, bei dem das Wasser unmittelbar über das Fahrzeug fließt.
Wie funktioniert das Wassersystem Madeiras?
Die Nordhänge erhalten reichlich Niederschlag, der über Levadas nach Süden geleitet wird, um die trockeneren Regionen im Süden zu bewässern und die Landwirtschaft der Insel zu versorgen.
Können Sie auf dieser Tour vulkanische Pools besuchen?
Ja, in Porto Moniz erwarten Sie eindrucksvolle natürliche Vulkanbecken, die durch Lavaströme entstanden sind und während dieses 8-hour 4WD-Abenteuers über die Insel erkundet werden.
Was ist der Wald von Fanal?
Fanal ist ein uralter Laurisilva-Wald, ein von der UNESCO geschütztes subtropisches Waldgebiet, das Sie besuchen werden und das Madeiras einzigartiges Ökosystem sowie seltene Pflanzenarten zeigt.
Warum führt diese Route an Wasserfällen vorbei?
Die Tour folgt den historischen Wasserkanälen Madeiras und natürlichen Wasserfallrouten, die zeigen, wie die Ingenieurskunst und Geografie der Insel diese spektakulären Kaskaden hervorbringen.

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